11.- 15. Spieltag

Servus Eishockeyfreunde,

ich muss mich entschuldigen: Die letzten beiden Wochen habe ich leider nichts schreiben können, denn zum einen war ich ein paar Tage krank, zum anderen läuft das Weihnachtsgeschäft an und da hieß es dann mal ordentlich anpacken in der Schreinerei. Vergessen habe ich allerdings so gut wie gar nichts, erzähle ich Euch jetzt halt alles was in den letzten zwei Wochen so passiert ist.

Eigentlich wollten wir unsere Panther in Berlin unterstützen. Daraus wurde allerdings nichts, denn schon am Mittwoch merkte ich, dass mich ein gemeiner Virus an der Reise in die Bundeshauptstadt hindern würde. Dies nahm ich zum Anlass, meiner Thea weis zu machen, dass ich nur wegen ihr daheim bleiben würde. Voller Stolz stellte sie fest, dass ich sie wohl schon ganz toll lieb haben müsste, wenn ich auf den AEV verzichte. Mache ich doch gerne für Dich, war mein abschließender Kommentar.

Das Wochenende nahte und meine Thea bemerkte natürlich, dass es mir von Tag zu Tag schlechter ging. Irgendwie plagte sie das schlechte Gewissen, denn eigentlich wollte sie mit der Lisbeth und der Walli ab Samstag für drei Tage in ein Wellness-Hotel  reisen, was sie aufgrund meines erbärmlichen Zustandes aber absagen wollte. Ich habe aber darauf bestanden: Du fährst, krank kann ich auch alleine sein und immerhin hat das ja auch viel Geld gekostet. Also ist sie –wenn auch ungern- gefahren.

Kaum aus dem Haus habe ich meine Jungs um mich versammelt und mit einer Grog-Kur rückte ich der Erkältung zu leibe.  Zwei Teile Rum, ein Teil Wasser, das tötet jeden Virus. Nach sechs Bechern dieser Medizin war um 14:00 Uhr der Samstag gelaufen und ich im Bett. Schweißgebadet erwachte ich am Sonntag gegen 11:00 Uhr auf und mein Gesundheitszustand hat sich tatsächlich verbessert. Juhuu, ab in die Klamotten und ab in den Stehausschank. Auch dort habe ich mal lieber was Warmes getrunken, Glühwein tut es mitunter auch…

Leider konnten wir nicht ins Thorbräu, denn die Vorbereitung in Paula’s Steh dauerte erheblich länger als geplant. Grad das wir noch pünktlich zum Eröffnungsbully da waren…

Zu Gast war die DEG, ein ekelhafter Gegner wie ich finde. Dieses Defensivgegurke will doch wirklich keiner sehen. Vollkommen überraschend gingen die Rheinschiffer dann auch noch in Führung. Glücklicherweise konnte Tom Holzmann den Ausgleichstreffer erzielen. Ja was für eine Genugtuung: Der Niederberger hat ein Ei bekommen, endlich war das Glück mal auf unserer Seite. Zugegeben, das 1:1 nach dem ersten Drittel war schmeichelhaft, aber ab und zu brauchst halt einfach auch mal ein wenig Dusel. Im zweiten Drittel passierte so gut wie gar nichts und der Jack und der Willi gingen schon vier Minuten vor der Drittelpause auf einen Hopfentee. Da passiert eh nix mehr und dann können wir ja ausnahmsweise mal zwei Bier trinken meinten die Beiden unisono.

Die Rechnung ging nicht auf, denn schon kurz nach dem Abgang von Jack und Willi kam der große Auftritt von Polo. Richtig geil hat der das gemacht der alte Bazi, durch die Hosenträger. Wow!

Im dritten Drittel tat sich wieder lange nichts und dann passierte es doch: Acht Minuten vor Schluss glichen die Duseldorfer erneut aus. So ein Scheiß dachte ich und malte schon mal ein Düsteres Bild wie dieses Spiel wohl weiter gehen könnte. Doch dann befreite mich kaum eine Minute später unser Woody aus meiner tiefen Depression: Erneute Führung für die Panther und diesmal hielt der Vorsprung. Drei megawichtige Punkte, ein schöner Wochenausklang und nach einer weiteren Maß Glühwein fiel ich ins Bett und kurierte neben meiner Erkältung auch meinen Rausch aus.

Am Montag kam auch meine Thea wieder nach Hause. Mein Zustand war noch nicht wirklich besser, was mir eine ganze Menge Pluspunkte einbrachte. Thea versorgte mich die ganze Woche sehr liebevoll. Damit war das Versäumen der Partie in Krefeld halbwegs zu verkraften. Für meine Gesundheit war es auf jeden Fall förderlich, dass die Panther auch ohne mich in Krefeld gewonnen haben. Ihr werdet verstehen, dass ich dies meiner Thea nicht so mitgeteilt habe. Von unserem Spiel am Niederrhein weiß sie bis heute noch nichts – und das ist auch gut so. Womöglich kommt die sonst auf die Idee, die Panther würden uns auswärts gar nicht brauchen…

Am Freitag tanzten die Bullen wieder mal in Augsburg an. Viel will ich zu dieser Partie nicht sagen. Nur soviel: Die können uns schlagen so hoch und so oft sie wollen, ich werde niemals, nie und nimmer so ticken wie die. Da lass ich mir schon lieber den Arsch verhauen, als auch nur ein einziges Mal so eine Truppe bewundern zu müssen.

Der angestaute Ärger ob dieser Ungerechtigkeit wich in den frühen Morgenstunden  der Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer beim Liganeuling von der Küste.

Meine Thea war hoch erfreut, weil es mir endlich wieder besser ging. Dennoch habe ich ihr erklärt, dass es meinen Bronchien sicher gut täte, wenn ich ein wenig Meeresluft inhalieren würde und ich deshalb einen Trip an die Nordsee machen würde, was sie mit einem Staunen so zur Kenntnis nahm. Hier mal kurz der folgende Dialog:

Thea: Ich bin schon sehr überrascht…

Raffi: Wie sehr ich mich um meine Genesung kümmere?

Thea: Nein, welchen Ideenreichtum du besitzt!

Raffi: Was meinst Du, Schatz?

Thea: Sicher sind der Willi und der Schorsch auch Asthmatiker..

Raffi: Ich verstehe gar nicht was Du meinst.

Thea: Lass gut sein, erhol Dich gut und genieße die Seeluft.

Raffi: Du wirst mir fehlen…

Thea: Jetzt aber raus, bevor ich mir das noch einmal überlege

Jep Freunde, los kann es gehen. Schon im Vorfeld hatten wir uns neben drei Paletten Bier auch noch bundesweit gültige Zugtickets bei Lidl besorgt und so ging es am Samstag gegen 07:30 los gen Norden. Erster Halt war Dortmund, keine Zeit – kein Bier, schade!!! Nonstop ging es weiter nach Bremen und welch eine Freude, direkt vor dem Bahnhof ein Bierzelt. Ja Himmel noch eins, Gott liebt uns, strahlte der Weizen-Willi. Und nicht minder erfreut sagte der Schorle, dass wir ja massig Zeit hätten um die Kultur der Nordlichter kennen zu lernen.

Das glaubt ihr nicht, mitten in Bremen war ein Oktoberfest. Sieht man mal davon ab, dass die Biergläser nicht unseren Anforderungen entsprachen, war es ein gelungenes Event, dem wir bis zum Aufstuhlen beiwohnten. In unserem Hotel gab es am Sonntagmorgen ein regionales Frühstück: Ich werde Euch die Details ersparen, nur soviel sei gesagt: Weißwurst gab es nicht. Und was Labskaus ist will ich schon gar nicht wissen!

Mit dem 10-Uhr-Zug ging es dann nach Bremerhaven. Am Bahnhof wartete schon eine Abordnung von Fans der Pinguins auf uns. Jene Kollegen, die wir schon im CFS kennen lernten. Zur Begrüßung gab es einen Korn und ein Pils. Insgesamt haben wir uns sechsmal begrüßt.

Am frühen Nachmittag begann das Spiel und es war von Beginn an klar, dass die Panther das bessere Team aufs Eis brachten. Auch wenn es das Ergebnis nicht vermuten lässt, dieser Sieg war nie gefährdet.

Was gibt es groß zu erzählen? Es freut mich, dass meine beiden Lieblingsspieler, der Trefferlein und der Krügerl Adi getroffen haben. Und es ist mir eine Genugtuung, dass ausgerechnet der Zwerg und der Kleiderschrank drei Tore erzielt haben. Genau die Jungs, denen so mancher im Vorfeld der Saison die DEL-Tauglichkeit abgesprochen hatten. Vielleicht hat der Iron-Mike ja doch dir richtigen Jungs geholt. Ich denke, der eine oder andere Dauernörgler könnte sich allmählich mal zu einer Entschuldigung durchringen.

Gegen 18.00 Uhr endete unser Abenteuer in Bremerhaven. Ein Dankeschön geht noch einmal an unsere Freunde vom Stehtisch 3, die uns bestens versorgt haben und die uns auch pünktlich am Bahnhof abgeliefert haben. Ohne diese Hilfe würden wir vermutlich immer noch an der Nordsee rumirren.

Die Rückfahrt verlief weitgehend reibungslos, lediglich der Weizen war ein wenig enttäuscht, weil das Oktoberfest am Sonntag bereits geschlossen hatte. Ohne weiteren Zwischenstopp erreichten wir die Heimat und nachdem unsere Paletten die Landesgrenze von Niedersachsen nicht erlebten, fiel schon gegen 20:30 Uhr der Schlaf über uns her. Gut erholt erreichten wir in den Morgenstunden Augsburg, von wo aus wir dann die restliche Heimreise antraten.

Meine Erkältung war übrigens auch weitgehend weg. Was doch ein Wochenende an der Nordsee alles ausmacht….

Tja Freunde, das war es mit meinem Reisebericht. Am letzten Wochenende haben wir dann den Deutschlandcup besucht. Auch ein ganz tolles Erlebnis, aber anstrengend: Sechs Spiele an einem Wochenende, das ist was für gestandene Fans. Aber das ist eine andere Geschichte, von der ich Euch mal irgendwann erzähle.

Die nächsten Aufgaben stehen an: Am Freitag zu den Grizzlys, ohne mich. Wer will denn da schon hin? Dann aber kommen drei Heimspiele und der Besuch in Niederbayern. Da sind wir auf jeden Fall am Start. Ihr doch sicher auch, oder?

Euer Raffi aus Freihalden

 

 

 

9. und 10, Spieltag

 Servus Eishockeyfreunde,

 Bereits Anfang der Woche habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich die Wogen in unserem trauten Heim wieder glätten könnte. Bei der Brotzeit am Dienstag kam mir dann eine Idee: Ich schenke der Thea zur Wiedergutmachung etwas einzigartiges, etwas was man nicht im Laden kaufen kann, etwas selbst gemachtes. Etwas wo sie sich drüber freuen muss. Also nahm ich ein Stück Holz und begann dieses zu bearbeiten. Und weil ich ja ein Holzwurm bin, ging das auch relativ fix. Am Ende stand ein wirklich gelungenes Modell des Curt-Frenzel-Stadions.

Das muss ihr einfach gefallen dachte ich so. Ich wollte aber nichts dem Zufall überlassen und habe auch noch ein paar Blumen besorgt. Als ich am Abend nach Hause kam setzte ich meinen „es tut mir leid-Blick“ auf und streckte ihr die Blumen mit meinem Präsent entgegen. Ich wollte gerade loslegen, da sagte sie freudestrahlend: Du hast an unseren Hochzeitstag gedacht? Das ist ja das erste Mal seit vielen Jahren. Zu Tränen gerührt fiel sie mir um den Hals. Was ich doch für ein Dusel habe, an den Jahrestag hatte ich natürlich nicht gedacht.

Und weil wir gerade schon so in Stimmung waren habe ich sie gleich noch zum Essen ausgeführt, womit ich wieder reichlich Pluspunkte sammeln konnte. Kleinlaut hat übrigens auch die Thea eingeräumt, dass sie „meinen“ AEV nicht hätte so abschätzig beurteilen dürfen. Wenn das mal keine Chance für mich ist, dachte ich so bei mir und fragte gleich mal an, ob sie mich nicht nach Köln begleiten wolle? Nein, das wäre ihr zu weit, aber ich könne ja ruhig fahren, denn der Fasching steht ja vor der Tür und der Austausch müsse ja wohl sein. Mit einem Hep, Hep, Hep, Heejo auf den Lippen zwinkerte sie mir zu und der Reise an den Rhein stand nichts mehr im Wege – läuft!!!!

Wie der Weizen-Willi seine Lisbeth überreden konnte, das wollte er mir nicht sagen. Nur soviel, dass er freiwillig fahren würde, was beim Jack, dem Lenz  und dem Schorle-Schorsch wahre Begeisterungsstürme auslöste. Schnell drei Kisten Authenrieder Hell in den Bus und los ging es nach Kölle.

Die Jungs da oben sind richtig nette Gesellen. Die haben keinerlei Berührungsängste, auch wenn sie uns kaum verstehen. Nach wie vor haben die aber nicht verstanden, dass die Zahnputzbecher, in denen die Bier (wenn man das so nennen kann) vollkommen unsinnig sind. Bei uns gehen die Leute an den Bierstand wenn sie Durst haben, meinte der Schorle, da braucht es dann mindestens 500 Kubik und nicht so ein Reagenzglas. Allgemeine Zustimmung in unserem Lager, der gemeine Kölner indes meinte, da würde das Bier nur schal. Der Weizen sagte dann, das könne dieser Plörre nur gut tun und damit endete die Diskussion.

Das Spiel selbst lief wie in letzter Zeit immer: Wir waren gut, richtig gut sogar, aber am Ende reichte es wieder nur zum Lob des Gegners. Ganz ehrlich, ich kann es nicht mehr hören: Wir waren der beste Gegner, der bisher da war und eigentlich hätten wir verdient hier was mitzunehmen…. Ja Scheißdreck, davon kann man sich nichts kaufen.

Dennoch nahmen wir auch was Positives mit aus Köln: Der Boots ist wohl endgültig angekommen in der DEL, der Trefferlein hat seinen Torriecher wieder und der kleine mit der 40 hat auch endlich getroffen. Das lässt doch hoffen für die nächsten Aufgaben. Vielleicht treffen ja am Sonntag auch der Franzose und der Michael Davies endlich wieder. Ich vermute ja, wir blasen die Büffel ordentlich weg mit so 12 bis 14 Toren und da wäre es doch verwunderlich, wenn die nicht auch mal treffen würden.

Reibungslos verlief der Heimweg, denn auch das Kölner Getränk hinterließ seine Spuren. Unglaublich, so die letzten Worte von Schorle, kaum hast du 36 so Becherle weg, schon wirkt es. Mit diesen Worten schlief er doch wieder zufrieden ein.

Der Samstag gehörte unseren Mädels: Ein ausgedehnter Einkaufsbummel und der Sonntag war geritzt. Ja, von uns kann man schon lernen, wie man sich die Freiräume für den AEV schafft…

Derbyzeit und aus Straubing nur eine Hand voll Fans. Was für eine Enttäuschung! Fünf Niederlagen in Folge haben auch in Niederbayern Spuren hinterlassen. Insgesamt gerade mal 3.700 Zuschauer – das ist schon mager. Hoffentlich wird das wieder mehr, sonst sehe ich da richtige Probleme auf uns zukommen. Verstehen kann ich das eh nicht, denn die Jungs liefern doch immer gute Spiele ab, auch wenn wir nicht immer gewinnen. Also los Leute, mobilisiert alle Freunde, Kollegen, Kumpel, Nachbarn, Asylbewerber oder wen auch immer. Aber irgendwie müssen wir das CFS wieder voll bekommen.

Das Spiel gegen den Larry Mitchell war ein Wechselbad der Gefühle: Im ersten Drittel spielten wir die Büffel förmlich an die Wand und die konnten von Glück reden, dass wir nur mit einem Treffer führten. Und wer war es? Natürlich der Trefferlein.

Im zweiten Drittel dann ein ganz anderes Bild: Die Straubinger waren klar besser und wir durften uns beim Putin bedanken, dass wir bis kurz vor der Pausensirene nur mit einem Treffer im Rückstand waren. Dann allerdings wendete sich das Blatt: Eine doppelte Strafzeit der Straubinger nutzte der Michl schon nach sechs Sekunden zum Ausgleich. Ui, wie der sich gefreut hat – und ich erst, hab ich es doch am Sonntag noch geahnt, dass der wieder trifft. Bemerkenswert übrigens, unser zweiter Überzahltreffer an diesem Abend.

Das dritte Drittel begann turbulent: Weitere Strafzeiten der undisziplinierten Niederbayern, weitere drei Tore in kürzester Zeit für die Panther. Ja Sapradie, die haben den Niederbayern innerhalb von nur fünf Minuten drei Watschn verpasst und was soll ich sagen, auch der Franzose hat getroffen. Ich versteh halt was vom Eishockey, gab ich zum Besten. Die Resonanz aus meinem Umfeld war allerdings ernüchternd: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, feixte der Schorle. Den habe ich dann übelst beschimpft, was zur Folge hatte, dass er mit einem Tragerl vom Bierstand zur Versöhnung wiederkam. Wenn das bei meiner Thea nur auch so einfach wäre…

Das Spiel war gelaufen, der Sieg kam nicht mehr groß in Gefahr, weil der Russe alles hielt, was auf sein Tor kam. Folgerichtig wurde er auch nach dem Spiel richtig gefeiert. Freut mich ja mal so richtig, das hat er sich einfach verdient. Und der Holzi, der Franzose, der Adi, der Pollo, der…. einfach alle!

Eines fiel mir noch auf: Bei Straubing kenne ich bald mehr Spieler als bei uns selber. Aufgefallen sind die aber nicht großartig: Der Musiker nur mit seiner hinterfotzigen Spielweise, der Betsy mit seiner Fehlerquote und der Oblinger mit seinen depperten Fouls. Ob der Whitmore überhaupt gespielt hat? Ich weiß nicht aber ich wollte das den Larry gerne fragen. Der allerdings kann ja inzwischen kein Deutsch mehr, weshalb diese Frage für immer offen stehen bleiben muss. Sachen gibt’s…

Nächste Woche geht es in die Hauptstadt, bevor wir am Sonntag dann den Duseldorfern mal wieder ordentlich den Arsch verhauen werden. Da ist, wenn ich mich recht erinnere, noch eine Rechnung offen. Ihr seid doch mit dabei, wenn wir diese begleichen oder???

Euer Raffi aus Freihalden

 

5. und 6. Spieltag

Servus Eishockeyfreunde,

am Freitag stand wieder einmal das Kräftemessen mit den Adlern an und – wie könnte es auch anders sein, wir waren mit dabei. Diesmal half uns der Geburtstag vom Lenz seiner Almut: Ein Wellness-Wochenende ganz ohne Männer hat er ihr geschenkt und weil sie da nicht alleine hin wollte, musste die Lisbeth und natürlich auch meine Thea mit in den Schönheitstempel. Herrlich, meinten auch der Willi und ich und schon stand der Trip zu den wenig geschätzten Mannheimern.

Los ging es nach kurzer Verzögerung wie immer am Getränkemarkt. Die Fahrersuche gestaltete sich äußerst schwierig, weil diesmal keiner von uns eine abstinente Phase hatte. Der Willi äußerte sich dahingehend, dass er das „Badenser Gschmoiß“  nüchtern überhaupt nicht ertragen könne und somit er als Fahrer nicht in Frage käme. Zweifellos ein schlagendes Argument dem sich reihum alle Beteiligten anschlossen. Nachdem die Fahrt bereits zu scheitern drohte erbarmte sich der Jack. Die Zusage, dass er am Sonntag beim Heimspiel auf unsere Kosten trinken dürfte, hat ihn letztlich dazu ermuntert, die A-Karte zu ziehen.

Ein paar Stunden später erreichten wir die SAP-Arena und weil das Bier da überhaupt nicht schmeckt haben wir sofort unsere Plätze aufgesucht. Das Spiel begann und zu unserer Überraschung waren es die Panther, die das Geschehen kontrollierten. Der verdiente Lohn war das Führungstor durch Big Ben Hanowski. Auch danach erarbeitete sich der AEV Chancen über Chancen und nur dem Goalie von Mannheim war es zu verdanken, dass die Adler überhaupt noch im Spiel blieben. Wie so häufig kam es aber halt ganz anders: Der MERC machte den Ausgleich.

Das zweite Drittel war eine Kopie des ersten Abschnitts: Erneut die Führung für uns durch das Arme Rehkitz und zwar in Unterzahl! Wenn es nur so geht, meinte der Schorle und alle stimmten dem zu und sangen ein fröhliches „vier Mann sind genug“. Der erneute Ausgleich sollte allerdings ebenfalls wieder folgen und so sollte die Entscheidung im Schlussabschnitt fallen. Zwei schnelle Tore für die Hausherren beantwortete erneut ‚Big Ben mit seinem zweiten Treffer. Die Partie schien abermals zu kippen, aber in diese Drangperiode fiel der endgültige Knockout gegen unsere Panther.

Dennoch darf man festhalten, dass die Panther ein mindestens gleichwertiger Gegner waren. Die Adler hatten einfach mehr Glück (ein Assist ging an die Bande der Mannheimer) und einen Dennis Endrass, der einfach einen überragenden Tag hatte. Nicht das der Ben Meisner schlecht gehalten hätte, aber der Endrass ist halt einfach ein Weltklassekeeper, der mehr kostet, als unser kompletter erster Block.

Den kann man sich schon leisten, wenn man einen Hopp hinter sich weiß. Aber wie gesagt, lieber verliere ich und bin AEV-Fan, als dass ich die Farben wechseln würde. Und eines ist sicher: Wir werden es erwarten können, bis wir die wieder abfieseln.

Positiv an diesem Abend war vor allem, dass der Franzose wieder mit dabei ist und bereits wieder an seine Form anknüpfen konnte. Nach dem Schlusspfiff haben wir unser Team mindestens genauso gefeiert wie die Rhein-Neckar-Jungs, sind aber dennoch etwas enttäuscht abgezogen. Ein kurzes Frustbier später rollte unser Bully wieder gen Süden und wir richteten den Fokus bereits auf das Heimspiel gegen den Neuling von der Nordsee.

Eine vernünftige Vorbereitung ist bei jedem Spiel unabdingbar. Demzufolge starteten wir am Sonntag bereits um 14.00 Uhr – nach einem 1,2,3,4-Menü (ein Paar Weiße, zwei Brezen, drei Weizen, vier Obstler) – mit der Staudenbahn zum heiligen Tempel am Schleifgraben. Dies war ja kein Problem, weilten die Damen ja noch immer beim Wellness. Bereits vier Stunden vor Spielbeginn erreichten wir den Anbau des Stadions, auch liebevoll Thorbräustuben genannt.

Über das Spiel vom Freitag wollte keiner reden und so sinnierten wir vor uns hin, bis plötzlich ganze Horden von Fans aus Bremerhaven die Ruhe störten. Das war ganz erstaunlich, denn mit so vielen Gästefans hatte nun wirklich niemand gerechnet. Und richtig nett waren die außerdem. Der Schorle meinte, das sind ja mehr Fans, als das was die Wolfsburger und Hamburger in den letzten vier Jahren zusammen mit nach Augsburg gebracht haben. Und damit lag er auch vollkommen richtig.

Gemeinsam zogen wir nach ein paar Begrüßungsdrinks ins Stadion um den nächsten Sieg zu feiern. Kontraproduktiv war allerdings der Führungstreffer der Nordlichter, den wir als gute Gastgeber quasi als Begrüßungsgeschenk freundlichst ermöglichten. Allerdings hielt diese Freundlichkeit nicht allzu lange und der AEV drehte noch im ersten Drittel das Spiel. Schnell war zu erkennen, dass der Neuling nicht in der Lage war, mit den weitaus schnelleren Panthern mitzuhalten. Kein Wunder bemerkte der Schorle, wäre ja noch netter, wenn Pinguine den Panthern entwischen könnten.

Der AEV dominierte mehr und mehr und selbst die vier Streifenhörnchen konnten mit ihren oftmals eigenartigen Entscheidungen daran nichts ändern. Dies war vor allem immer dann der Fall, wenn der kleine Wirbelwind mit dem Trefferlein und Big Ben die Bühne betrat. Der erste spielt, der zweite arbeitet und der dritte trifft. So einfach geht das... Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass auch der Trefferlein demnächst wieder häufiger trifft. Die paar kniffligen Situationen vor unserem Kasten löste zudem der Russe tadellos, der mehr und mehr Sicherheit gewinnt und mit Sicherheit ein absolut verlässlicher Rückhalt unserer Mannschaft wird. Da habe ich absolut keine Zweifel mehr!

Zweimal Big Ben, einmal der Kleiderschrank und dann noch der Holzi auf den inzwischen verlassenen Kasten und der  nächste Sieg war eingetütet.  Zufrieden mit der Leistung endete der Sonntag feuchtfröhlich bei ein, zwei Abschiedsbierchen mit den neuen Freunden von der Küste. Ein rundum gelungener Abend, zu dem auch der neue Stadionsprecher beigetragen hat. Der Junge hat seine Hausaufgaben gemacht und eine fehlerfreie Leistung abgeliefert. Na also, wusste ich es doch, der geht seinen Weg.

Fast hätte ich es vergessen: Die Stimmung war wirklich klasse. So will ich das immer haben, so sieht die Hölle des Südens aus. Wenn so ein Lärmpegel über sechzig Minuten besteht, dann werden es alle Mannschaften schwer haben, im CFS zu bestehen. Weiter so Jungs, gegen die Schanzer gilt es wieder, da treffen wir uns doch wieder oder?

Euer Raffi aus Freihalden

 

 

7. und 8. Spieltag

Servus Eishockeyfreunde,

was für ein trostloses Wochenende: Zweimal gut gespielt, zweimal weitaus mehr Chancen als der Gegner und dennoch keine Punkte. Ganz ehrlich, da fällt selbst einer Frohnatur wie mir das Lächeln schwer.

Aber der Reihe nach: Am Freitag machten wir einen Ausflug ins Sauerland. Alles lief glatt, kein Mosern unserer Damen, keine Streiterei wer fährt und selbst der Hambacher Michl hatte ein Herz für uns, machte schon zwei Stunden vor Feierabend die Schreinerei dicht und ließ uns gen Iserlohn ziehen. Der Schorle-Schorsch wollte fahren, denn seine Regierung hat ihm wild gedroht, er müsse sich endlich zügeln und dürfe nicht immer angetrunken nach Hause kommen. Ich finde ja, die Walli übertreibt da ganz schön, denn das Bisserl was wir trinken ist ja nun wirklich nicht der Rede wert. Aber Frauen sind halt manchmal empfindlich.

Nun gut, wir haben uns natürlich geopfert und dem Schorle sein Quäntchen mitgetrunken. Äußerst fröhlich erreichten wir den Seilersee, wo uns bereits ebenso lustige Westfalen erwarteten. Selbstredend fanden wir uns am Bierstand ein und erörterten in aller Sachlichkeit das zu erwartende Spiel. Man fand keinen gemeinsamen Nenner, denn die Hühner bestanden auf den Sieg und auch wir wollten von diesem Ansinnen keinen Millimeter abweichen. Musste die Entscheidung also wieder mal auf dem Eis ausgetragen werden.

Sehr schnell wurde klar,  dass die Panther das deutlich stärkere Team stellte. Es war auch nur eine Frage der Zeit, bis sich die Überlegenheit auch in Zahlen ausdrücken müsste. Einzig der Schorle war skeptisch: Fast jeder zweite Satz von ihm lautete, was lassen wir für Chancen aus, wenn wir das mal nicht büßen müssen. Was der immer hat, wiegelte der Weizen-Willi ab. Das kann ja gar nicht schief gehen, so schlecht habe ich die Chicken-Wings ja noch nie gesehen. Mit dem Führungstreffer durch den Krügerl Adi sah er sich mehr als bestätigt und gönnte sich gleich mal ein Pilsken – oder zwei, drei...

Vor Beginn des Schlussdrittels kamen die ersten Sauerländer und wollten bereits gratulieren, so aussichtslos sahen die ihre Situation. Was dann allerdings folgte, lässt sich in Worten kaum fassen: Die Sauerländer drehten das Spiel und niemand, aber wirklich niemand konnte auch nur im Ansatz verstehen, wie das passieren konnte. Eine ganze Klasse besser und dann gehst du als Verlierer vom Eis.

Nun fragt man sich, woran das gelegen hat. Es lag nicht am Russen, der absolut unschuldig war, es lag nicht an den Verteidigern, denn zwei Tore auswärts kann man schon mal fangen. Es lag an der katastrophalen Chancenverwertung und es fehlte auch am nötigen Glück. Dreimal trafen unsere Jungs das Gestänge, nur Zählbares kam leider nicht dabei raus.

Die Befürchtungen von Schorle wurden grauenvolle Realität. Nein Freunde, das haben wir nicht verdient. Mit geneigten Köpfen schlichen wir aus dem Stadion und es war eine sehr bedrückte Stimmung in unserem Bus. Erst in Würzburg bestimmte der Schorle, dass jetzt allerhöchste Zeit für ein Aufbruchsbier sei und dass ab sofort die Vorbereitung für das Sonntagsspiel beginnen muss. Mit dem ersten bayrischen Bier stieg auch wieder die Stimmung bei uns und es gab schon in Ulm überhaupt keinen Zweifel mehr daran, dass die Schanzer das ausbaden müssen.

Mit diesem wunderbaren Gefühl endete der Hochsauerlandtrip und am Samstag war die größte Enttäuschung bereits wieder der Vorfreude gewichen.

Am Sonntag war dann wieder Derby-Zeit und schon um 10.00 Uhr trafen wir uns zur 1-2-3-4 Diät. Der nächste Frühschoppen muss wohl etwas früher beginnen, denn um ein Haar hätten wir unseren Zug verpasst. Selber Schuld sagte die Thea, was fahrt ihr auch ins Stadion, wenn das Spiel im Fernsehen läuft? Ja sag mal, bist Du noch ganz normal in der Rübe, herrschte ich sie an, das kommt ja überhaupt nicht in Frage und überhaupt halt Dich da raus, wenn Du eh keine Ahnung hast von dem Feeling im CFS. Und jetzt schau das Du Heim kommst und vergnüge Dich an Rosamunde Pilcher... Ich vermute, die nächsten Tage wird es etwas stiller werden in unserem Heim.

Glücklich gelangten wir dann kurz vor Spielbeginn an unsere Plätze. Wir sahen ein tolles Spiel von beiden Mannschaften und bis zum Schluss war nicht zu erkennen, wer letztendlich gewinnen würde. Leider waren wir wieder die Glücklosen. Ich will gar nichts über das Spiel erzählen, jeder hat ja gesehen, dass wir einfach unsere Chancen nicht reinmachen konnten.

Ich glaube ja, dass wir daran arbeiten werden. Der Coach hat das doch auch gesehen und der wird sich da schon was einfallen lassen. Ein paar Umstellungen in den Reihen, das Rehkitz und der Hafenmeister wieder dabei und schon läuft es wieder. Das ist doch wie beim Starkbieranstich: Da kommt lange Zeit nichts aus dem Fass, aber dann kommt der Bock eimerweise. Ihr werdet schon sehen, das wird schon wieder. Ein erster Lichtblick war schon wieder auszumachen: Der Trefferlein hat wieder doppelt getroffen und auch der Franzose kommt wieder in Fahrt. Für mich ist das gar keine Frage: Wir fahren jetzt nach Köln und filetieren die Haie, machen aus denen Fischkroketten. Irgendjemand muss die ja wieder auf den Boden holen – und das sind wir.

Die Frage ob wir da anreisen stellt sich vermutlich nicht: Ich bin mir sicher, dass die Thea am Freitag noch nicht bereit ist mit mir zu reden. Gut, dann will ich ihr bei diesen Bemühungen auch nicht im Weg stehen und räume das Feld. Aber keien Angst Freunde, das regeln wir dann am Samstag, da hat der Blumenladen auf und wir lassen die Blumen sprechen. Das hat noch immer geklappt und das wird es auch diesmal wieder.

Getragen von diesem Erfolg wird das Wochenende mit einem klaren Sieg gegen die Büffel aus Niederbayern abgerundet. Der Larry tut mir jetzt schon leid, wenn er ausgerechnet bei uns in Augsburg aus den Playoff-Rängen rutscht. Nun, da muss er durch.

Herrgott, das wird ein Fest. Das lassen wir uns nicht entgehen. Ihr doch auch nicht oder? 

Euer Raffi aus Freihalden

 

 

3. und 4. Spieltag

Servus Eishockeyfreunde,

am Freitag war es wieder mal soweit: Heimspiel mit Freunden. Bereits am Montag hat mir der Joschi eine Wodsäbb geschickt. Er kommt und er bringt neben ein paar seiner Kammeraden natürlich auch einen Durst. Der Joschi ist einer von denen, die wir bereits letzte Saison im Thorbräu getroffen haben und davon überzeugen konnten, dass der AEV (neben den Wild Wings natürlich) der einzig vernünftige Eishockeyverein in Deutschland ist.

Treffpunkt war wieder oben am Wertachbrucker Tor bzw. im unmittelbar daneben befindlichen Hopfenkulturzentrum. Lustig ging es her und nach ein paar Mutmachern gingen wir nach einem dreistündigen Warmup gemeinsam unter lautstarkem Absingen von Schmähliedern gegen die Mannheimer Adler ins Stadion. Irgendwie konnte ich den Eindruck nicht loswerden, dass weder wir, noch die Wild Wings die Mannheimer gut leiden können.

Das Spiel selbst ist schnell zusammengefasst: Beide Mannschaften spielten grottig schlecht und so mancher unserer Jungs hatte einfach einen gebrauchten Tag erwischt. Einzig der Russe im Tor, der endlich auch im Heimspiel im Tor stand, hatte Normalform und verhinderte weitaus Schlimmeres. Im Grunde waren wir dennoch die bessere Mannschaft, aber ein paar Aussetzer in der Defensive und schon musste man einem Rückstand hinterher laufen. Dies  geschah insgesamt dreimal, auch wenn wir in Form des Ausgleichstreffers dreimal eine vernünftige Antwort darauf fanden.

Der Führungstreffer wollte an diesem Abend aber einfach nicht gelingen. David Stieler traf zwar noch einmal, allerdings mit dem Fuß, was irgendwie nicht erlaubt ist. Ja so ein Dreck, sagte der Willi, diese vier Haubentaucher sehen das ganze Spiel rein gar nichts, aber wenn sie mal etwas nicht sehen sollen, dann sehen sie es.

Stimmt nicht, bemerkte der Schorle kleinlaut, selbst dazu haben sie den Videobeweis benötigt. Ich warf dann die Frage in die Runde, ob man den Schiris nicht irgendeine andere Szene vorsetzen könnte, die eindeutig beweist, wie regulär unser Tor war. Merken würden die das eh nicht. Damit war die Stimmung wieder bestens und nachdem der Jack eiligst mit dem Bier wieder auftauchte gingen wir voller Spannung in die Owerteim.

Hin und her ging es in diesen fünf Minuten, in denen die Schiris nichts mehr ahndeten. Ja warum gehen die nicht gleich in die Kabine, wetterte der Zecke. Das Julchen klärte aber auf, das die vier Hamperer beim Penaltyschießen noch gebraucht würden. Penaltyschießen gab es dann tatsächlich und hier hatten die Neckarjungs einfach das bessere Ende für sich. Bezeichnend, dass der Marc Cundari nur das Gestänge traf…

Nun ja, ein Punkt war es trotzdem, auch wenn eigentlich mehr drin gewesen wäre. Aber so ist das halt: Hier gibst Du überraschend Punkte ab, beim nächsten Mal holst Du mindestens ebenso überraschend einen Punkt, mit dem niemand gerechnet hätte.

Und noch was: Der eine oder andere Verteidiger hatte wirklich keinen Glanztag, aber ganz ehrlich, die sind mir allemal lieber, wie so manch ein Defender bei den Wild Wings. Diese Niederlage ist kein Beinbruch, so etwas kommt immer wieder mal vor – und zwar nicht nur bei uns.

Bevor ich das vergesse: Der AEV hat einen neuen Stadionsprecher. Schade, dass der Staumann das nicht mehr macht, aber nun ist das ja mal so und jetzt haben wir eben den Sascha, der das ziemlich kurzfristig aufs Auge gedrückt bekam. Ist doch verständlich wenn der noch ein paar Fehler macht. Da verstehst Du ja noch mehr vom Eishockey sagte der Jack zu mir. Das mag sein, aber ich kann nicht so schön reden wie der Sascha. Gebt dem noch ein paar Spiele Zeit, dann wird das schon. Und was den Versprecher mit dem AEC angeht: Klar, das war übel, aber ganz ehrlich, wenn wir das Spiel gewonnen hätten, dann würde sich da niemand drüber aufregen, sondern höchsten kurz schmunzeln. Also Freunde, immer locker bleiben, das wird schon noch mit dem Sascha.

Zweifellos nicht ganz zufrieden zogen wir gen Westen. Um den Sticheleien im Stehausschank zu entgehen mieden wir dieses Etablissement. Den Dämmerschluck nahmen wir bereits in Dinkelscherben zu uns und nach kurzer Zeit wich die Enttäuschung einer gewissen Aufbruchsstimmung. Dann gewinnen wir halt in München war der einhellige Tenor, auch wenn keiner daran wirklich glauben mochte. Und wenn nicht, dann fetzen wir die Adler weg oder wen auch immer!

Am Samstag war Markt in Freihalden und wie sich das gehört bin ich da mit meiner Thea hingegangen. Am Stand des SV Oberwaldbach haben wir neben dem Willi und seiner Lisbeth noch so manchen guten Bekannten getroffen und mit jedem haben wir, zur Unterstützung des SVO versteht sich, einen Prosecco getrunken. Sicher wisst Ihr wie das ausgegangen ist: Die beiden Mädels waren fertig und benötigten den Sonntag zur Regeneration, womit der Weg zu den Dosen bereitet war. Es lebe der SVO.

Die Anfahrt nach München verlief reibungslos: Kaum zwei Halbe nach Fahrtbeginn erreichten wir das Stadion  und nachdem wir in München keine Freunde haben mussten wir uns auch nicht groß am Bierstand tummeln. Wir nahmen unsere Plätze ein und dann kam auch schon der Meister aufs Eis. Was ist denn das, frage ich den Willi: Was um alles in der Welt haben sich die Münchner nur bei diesen Trikots gedacht? Die sehen ja aus wie mein Schafanzug sagte der Willi. Nüchtern packe ich das nicht hörte ich noch und schon war der Willi verschwunden….

Die Panther begannen sehr konzentriert und konnten das Spiel offen gestalten. Dies änderte sich in dem Moment, als der Kleiderschrank auf Kufen dem Holzi eine fette mitgegeben hat. Die Strafzeit nutzten wir eher suboptimal und nach Ablauf der Strafe kam was kommen musste. Das erste Tor für die Mingara war gefallen. Der Rest ist schnell erzählt: Die Brausetruppe dominierte mehr und mehr und erzielte folglich ein paar weitere Tore. Das war schon eine Klasse für sich und auch der Willi, der inzwischen mit einem Sixpack zurück war, nickte anerkennend.

Sechs zu zwei hieß es am Ende. Traurig bin ich dennoch nicht, denn diese Truppe ist einfach nicht unsere Kragenweite. Mit einem Etat, der fast dreimal so hoch ist wie unserer, da muss einfach ein Klassenunterschied sein. Egal, ich bin AEV-Fan, bin stolz darauf und verliere lieber haushoch, als nur ein einziges Mal mit dem Rindvieh auf dem Buckel rumzulaufen.

Schmerzen bereitete mir lediglich der Anblick von Matsy und Jerome Flaake im Pyjama. Die würden uns zweifellos gut zu Gesicht stehen, was allerdings daran scheitert, dass die in München mit Geld zugesch… werden. Man muss sich das wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Die beiden sind Topmittelstürmer und spielen da in der vierten Reihe. Wie willst Du da mithalten?

Eigentlich wollten wir noch auf die Wiesn. Aber die Vernunft setzte sich durch und wir sind sofort nach hause gefahren. Beim Pizzadienst haben wir noch vier Mafiatorten geordert und dann sind wir zu unseren Damen nach Hause gefahren. Bonuspunkte sammeln sozusagen, der Weg zum nächsten Roadtripp ist geebnet….

Euer Raffi aus Freihalden