9. und 10, Spieltag

 Servus Eishockeyfreunde,

 Bereits Anfang der Woche habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich die Wogen in unserem trauten Heim wieder glätten könnte. Bei der Brotzeit am Dienstag kam mir dann eine Idee: Ich schenke der Thea zur Wiedergutmachung etwas einzigartiges, etwas was man nicht im Laden kaufen kann, etwas selbst gemachtes. Etwas wo sie sich drüber freuen muss. Also nahm ich ein Stück Holz und begann dieses zu bearbeiten. Und weil ich ja ein Holzwurm bin, ging das auch relativ fix. Am Ende stand ein wirklich gelungenes Modell des Curt-Frenzel-Stadions.

Das muss ihr einfach gefallen dachte ich so. Ich wollte aber nichts dem Zufall überlassen und habe auch noch ein paar Blumen besorgt. Als ich am Abend nach Hause kam setzte ich meinen „es tut mir leid-Blick“ auf und streckte ihr die Blumen mit meinem Präsent entgegen. Ich wollte gerade loslegen, da sagte sie freudestrahlend: Du hast an unseren Hochzeitstag gedacht? Das ist ja das erste Mal seit vielen Jahren. Zu Tränen gerührt fiel sie mir um den Hals. Was ich doch für ein Dusel habe, an den Jahrestag hatte ich natürlich nicht gedacht.

Und weil wir gerade schon so in Stimmung waren habe ich sie gleich noch zum Essen ausgeführt, womit ich wieder reichlich Pluspunkte sammeln konnte. Kleinlaut hat übrigens auch die Thea eingeräumt, dass sie „meinen“ AEV nicht hätte so abschätzig beurteilen dürfen. Wenn das mal keine Chance für mich ist, dachte ich so bei mir und fragte gleich mal an, ob sie mich nicht nach Köln begleiten wolle? Nein, das wäre ihr zu weit, aber ich könne ja ruhig fahren, denn der Fasching steht ja vor der Tür und der Austausch müsse ja wohl sein. Mit einem Hep, Hep, Hep, Heejo auf den Lippen zwinkerte sie mir zu und der Reise an den Rhein stand nichts mehr im Wege – läuft!!!!

Wie der Weizen-Willi seine Lisbeth überreden konnte, das wollte er mir nicht sagen. Nur soviel, dass er freiwillig fahren würde, was beim Jack, dem Lenz  und dem Schorle-Schorsch wahre Begeisterungsstürme auslöste. Schnell drei Kisten Authenrieder Hell in den Bus und los ging es nach Kölle.

Die Jungs da oben sind richtig nette Gesellen. Die haben keinerlei Berührungsängste, auch wenn sie uns kaum verstehen. Nach wie vor haben die aber nicht verstanden, dass die Zahnputzbecher, in denen die Bier (wenn man das so nennen kann) vollkommen unsinnig sind. Bei uns gehen die Leute an den Bierstand wenn sie Durst haben, meinte der Schorle, da braucht es dann mindestens 500 Kubik und nicht so ein Reagenzglas. Allgemeine Zustimmung in unserem Lager, der gemeine Kölner indes meinte, da würde das Bier nur schal. Der Weizen sagte dann, das könne dieser Plörre nur gut tun und damit endete die Diskussion.

Das Spiel selbst lief wie in letzter Zeit immer: Wir waren gut, richtig gut sogar, aber am Ende reichte es wieder nur zum Lob des Gegners. Ganz ehrlich, ich kann es nicht mehr hören: Wir waren der beste Gegner, der bisher da war und eigentlich hätten wir verdient hier was mitzunehmen…. Ja Scheißdreck, davon kann man sich nichts kaufen.

Dennoch nahmen wir auch was Positives mit aus Köln: Der Boots ist wohl endgültig angekommen in der DEL, der Trefferlein hat seinen Torriecher wieder und der kleine mit der 40 hat auch endlich getroffen. Das lässt doch hoffen für die nächsten Aufgaben. Vielleicht treffen ja am Sonntag auch der Franzose und der Michael Davies endlich wieder. Ich vermute ja, wir blasen die Büffel ordentlich weg mit so 12 bis 14 Toren und da wäre es doch verwunderlich, wenn die nicht auch mal treffen würden.

Reibungslos verlief der Heimweg, denn auch das Kölner Getränk hinterließ seine Spuren. Unglaublich, so die letzten Worte von Schorle, kaum hast du 36 so Becherle weg, schon wirkt es. Mit diesen Worten schlief er doch wieder zufrieden ein.

Der Samstag gehörte unseren Mädels: Ein ausgedehnter Einkaufsbummel und der Sonntag war geritzt. Ja, von uns kann man schon lernen, wie man sich die Freiräume für den AEV schafft…

Derbyzeit und aus Straubing nur eine Hand voll Fans. Was für eine Enttäuschung! Fünf Niederlagen in Folge haben auch in Niederbayern Spuren hinterlassen. Insgesamt gerade mal 3.700 Zuschauer – das ist schon mager. Hoffentlich wird das wieder mehr, sonst sehe ich da richtige Probleme auf uns zukommen. Verstehen kann ich das eh nicht, denn die Jungs liefern doch immer gute Spiele ab, auch wenn wir nicht immer gewinnen. Also los Leute, mobilisiert alle Freunde, Kollegen, Kumpel, Nachbarn, Asylbewerber oder wen auch immer. Aber irgendwie müssen wir das CFS wieder voll bekommen.

Das Spiel gegen den Larry Mitchell war ein Wechselbad der Gefühle: Im ersten Drittel spielten wir die Büffel förmlich an die Wand und die konnten von Glück reden, dass wir nur mit einem Treffer führten. Und wer war es? Natürlich der Trefferlein.

Im zweiten Drittel dann ein ganz anderes Bild: Die Straubinger waren klar besser und wir durften uns beim Putin bedanken, dass wir bis kurz vor der Pausensirene nur mit einem Treffer im Rückstand waren. Dann allerdings wendete sich das Blatt: Eine doppelte Strafzeit der Straubinger nutzte der Michl schon nach sechs Sekunden zum Ausgleich. Ui, wie der sich gefreut hat – und ich erst, hab ich es doch am Sonntag noch geahnt, dass der wieder trifft. Bemerkenswert übrigens, unser zweiter Überzahltreffer an diesem Abend.

Das dritte Drittel begann turbulent: Weitere Strafzeiten der undisziplinierten Niederbayern, weitere drei Tore in kürzester Zeit für die Panther. Ja Sapradie, die haben den Niederbayern innerhalb von nur fünf Minuten drei Watschn verpasst und was soll ich sagen, auch der Franzose hat getroffen. Ich versteh halt was vom Eishockey, gab ich zum Besten. Die Resonanz aus meinem Umfeld war allerdings ernüchternd: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, feixte der Schorle. Den habe ich dann übelst beschimpft, was zur Folge hatte, dass er mit einem Tragerl vom Bierstand zur Versöhnung wiederkam. Wenn das bei meiner Thea nur auch so einfach wäre…

Das Spiel war gelaufen, der Sieg kam nicht mehr groß in Gefahr, weil der Russe alles hielt, was auf sein Tor kam. Folgerichtig wurde er auch nach dem Spiel richtig gefeiert. Freut mich ja mal so richtig, das hat er sich einfach verdient. Und der Holzi, der Franzose, der Adi, der Pollo, der…. einfach alle!

Eines fiel mir noch auf: Bei Straubing kenne ich bald mehr Spieler als bei uns selber. Aufgefallen sind die aber nicht großartig: Der Musiker nur mit seiner hinterfotzigen Spielweise, der Betsy mit seiner Fehlerquote und der Oblinger mit seinen depperten Fouls. Ob der Whitmore überhaupt gespielt hat? Ich weiß nicht aber ich wollte das den Larry gerne fragen. Der allerdings kann ja inzwischen kein Deutsch mehr, weshalb diese Frage für immer offen stehen bleiben muss. Sachen gibt’s…

Nächste Woche geht es in die Hauptstadt, bevor wir am Sonntag dann den Duseldorfern mal wieder ordentlich den Arsch verhauen werden. Da ist, wenn ich mich recht erinnere, noch eine Rechnung offen. Ihr seid doch mit dabei, wenn wir diese begleichen oder???

Euer Raffi aus Freihalden