7. und 8. Spieltag

Servus Eishockeyfreunde,

was für ein trostloses Wochenende: Zweimal gut gespielt, zweimal weitaus mehr Chancen als der Gegner und dennoch keine Punkte. Ganz ehrlich, da fällt selbst einer Frohnatur wie mir das Lächeln schwer.

Aber der Reihe nach: Am Freitag machten wir einen Ausflug ins Sauerland. Alles lief glatt, kein Mosern unserer Damen, keine Streiterei wer fährt und selbst der Hambacher Michl hatte ein Herz für uns, machte schon zwei Stunden vor Feierabend die Schreinerei dicht und ließ uns gen Iserlohn ziehen. Der Schorle-Schorsch wollte fahren, denn seine Regierung hat ihm wild gedroht, er müsse sich endlich zügeln und dürfe nicht immer angetrunken nach Hause kommen. Ich finde ja, die Walli übertreibt da ganz schön, denn das Bisserl was wir trinken ist ja nun wirklich nicht der Rede wert. Aber Frauen sind halt manchmal empfindlich.

Nun gut, wir haben uns natürlich geopfert und dem Schorle sein Quäntchen mitgetrunken. Äußerst fröhlich erreichten wir den Seilersee, wo uns bereits ebenso lustige Westfalen erwarteten. Selbstredend fanden wir uns am Bierstand ein und erörterten in aller Sachlichkeit das zu erwartende Spiel. Man fand keinen gemeinsamen Nenner, denn die Hühner bestanden auf den Sieg und auch wir wollten von diesem Ansinnen keinen Millimeter abweichen. Musste die Entscheidung also wieder mal auf dem Eis ausgetragen werden.

Sehr schnell wurde klar,  dass die Panther das deutlich stärkere Team stellte. Es war auch nur eine Frage der Zeit, bis sich die Überlegenheit auch in Zahlen ausdrücken müsste. Einzig der Schorle war skeptisch: Fast jeder zweite Satz von ihm lautete, was lassen wir für Chancen aus, wenn wir das mal nicht büßen müssen. Was der immer hat, wiegelte der Weizen-Willi ab. Das kann ja gar nicht schief gehen, so schlecht habe ich die Chicken-Wings ja noch nie gesehen. Mit dem Führungstreffer durch den Krügerl Adi sah er sich mehr als bestätigt und gönnte sich gleich mal ein Pilsken – oder zwei, drei...

Vor Beginn des Schlussdrittels kamen die ersten Sauerländer und wollten bereits gratulieren, so aussichtslos sahen die ihre Situation. Was dann allerdings folgte, lässt sich in Worten kaum fassen: Die Sauerländer drehten das Spiel und niemand, aber wirklich niemand konnte auch nur im Ansatz verstehen, wie das passieren konnte. Eine ganze Klasse besser und dann gehst du als Verlierer vom Eis.

Nun fragt man sich, woran das gelegen hat. Es lag nicht am Russen, der absolut unschuldig war, es lag nicht an den Verteidigern, denn zwei Tore auswärts kann man schon mal fangen. Es lag an der katastrophalen Chancenverwertung und es fehlte auch am nötigen Glück. Dreimal trafen unsere Jungs das Gestänge, nur Zählbares kam leider nicht dabei raus.

Die Befürchtungen von Schorle wurden grauenvolle Realität. Nein Freunde, das haben wir nicht verdient. Mit geneigten Köpfen schlichen wir aus dem Stadion und es war eine sehr bedrückte Stimmung in unserem Bus. Erst in Würzburg bestimmte der Schorle, dass jetzt allerhöchste Zeit für ein Aufbruchsbier sei und dass ab sofort die Vorbereitung für das Sonntagsspiel beginnen muss. Mit dem ersten bayrischen Bier stieg auch wieder die Stimmung bei uns und es gab schon in Ulm überhaupt keinen Zweifel mehr daran, dass die Schanzer das ausbaden müssen.

Mit diesem wunderbaren Gefühl endete der Hochsauerlandtrip und am Samstag war die größte Enttäuschung bereits wieder der Vorfreude gewichen.

Am Sonntag war dann wieder Derby-Zeit und schon um 10.00 Uhr trafen wir uns zur 1-2-3-4 Diät. Der nächste Frühschoppen muss wohl etwas früher beginnen, denn um ein Haar hätten wir unseren Zug verpasst. Selber Schuld sagte die Thea, was fahrt ihr auch ins Stadion, wenn das Spiel im Fernsehen läuft? Ja sag mal, bist Du noch ganz normal in der Rübe, herrschte ich sie an, das kommt ja überhaupt nicht in Frage und überhaupt halt Dich da raus, wenn Du eh keine Ahnung hast von dem Feeling im CFS. Und jetzt schau das Du Heim kommst und vergnüge Dich an Rosamunde Pilcher... Ich vermute, die nächsten Tage wird es etwas stiller werden in unserem Heim.

Glücklich gelangten wir dann kurz vor Spielbeginn an unsere Plätze. Wir sahen ein tolles Spiel von beiden Mannschaften und bis zum Schluss war nicht zu erkennen, wer letztendlich gewinnen würde. Leider waren wir wieder die Glücklosen. Ich will gar nichts über das Spiel erzählen, jeder hat ja gesehen, dass wir einfach unsere Chancen nicht reinmachen konnten.

Ich glaube ja, dass wir daran arbeiten werden. Der Coach hat das doch auch gesehen und der wird sich da schon was einfallen lassen. Ein paar Umstellungen in den Reihen, das Rehkitz und der Hafenmeister wieder dabei und schon läuft es wieder. Das ist doch wie beim Starkbieranstich: Da kommt lange Zeit nichts aus dem Fass, aber dann kommt der Bock eimerweise. Ihr werdet schon sehen, das wird schon wieder. Ein erster Lichtblick war schon wieder auszumachen: Der Trefferlein hat wieder doppelt getroffen und auch der Franzose kommt wieder in Fahrt. Für mich ist das gar keine Frage: Wir fahren jetzt nach Köln und filetieren die Haie, machen aus denen Fischkroketten. Irgendjemand muss die ja wieder auf den Boden holen – und das sind wir.

Die Frage ob wir da anreisen stellt sich vermutlich nicht: Ich bin mir sicher, dass die Thea am Freitag noch nicht bereit ist mit mir zu reden. Gut, dann will ich ihr bei diesen Bemühungen auch nicht im Weg stehen und räume das Feld. Aber keien Angst Freunde, das regeln wir dann am Samstag, da hat der Blumenladen auf und wir lassen die Blumen sprechen. Das hat noch immer geklappt und das wird es auch diesmal wieder.

Getragen von diesem Erfolg wird das Wochenende mit einem klaren Sieg gegen die Büffel aus Niederbayern abgerundet. Der Larry tut mir jetzt schon leid, wenn er ausgerechnet bei uns in Augsburg aus den Playoff-Rängen rutscht. Nun, da muss er durch.

Herrgott, das wird ein Fest. Das lassen wir uns nicht entgehen. Ihr doch auch nicht oder? 

Euer Raffi aus Freihalden